Sonderprogramme

Sonderprogramm Sicherheit, Gesellschaft und Staat - Security, Society, and the State


Ausschreibung

Bedeutungsverlust und Entgrenzung des Staates sind ein Generalthema politischer und wissenschaftlicher Diskussionen über Sicherheitspolitik seit dem Ende des Kalten Krieges. „Zerfallende Staaten“ als Schutzzone für Terroristen, transnationale organisierte Kriminalität, Legitimitätsverlust und schrumpfende Handlungskompetenz in Konfliktgebieten lauten die Stichworte. Gute Gründe sprechen für eine differenziertere Betrachtung: Sicherheitsprobleme sind vielschichtiger und dynamischer geworden. Sie sind angesiedelt in einem Kontinuum, das von militärischem Schutz bis zu funktionsfähiger Infrastruktur und tragfähigen gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen reicht. Der Staat wird nicht durchgehend unwichtiger in sicherheitspolitisch relevanten Feldern, teilweise gewinnt er sogar an Bedeutung.


Das Sonderprogramm „Sicherheit, Gesellschaft und Staat“ trägt diesen widersprüchlichen Entwicklungen Rechnung. Es will neue Problemzonen auf eine Weise in den Blick nehmen, die einerseits für die Sicherheitspolitik nach dem Ende des Kalten Krieges exemplarisch, andererseits in der einschlägigen Forschung bislang weniger beachtet worden sind. Jüngere Wissenschaftler sollen ermutigt werden, unkonventionelle aber zentrale Fragestellungen zu verfolgen. Erfahrene Forscher sollen die Gelegenheit erhalten, für eine begrenzte Zeit intensiv an einer Forschungsfrage zu arbeiten. Dabei geht es auch um die Verbindung von theoretischer Grundlagenforschung und Konzepten, die für die politische Praxis Bedeutung haben.


Das Sonderprogramm wendet sich an Geistes- und Sozialwissenschaftler aller Disziplinen. In erster Linie können Mittel zur Durchführung von wissenschaftlichen Projekten beantragt werden, daneben auch für Konferenzen und Workshops. Promotions- und Forschungsstipendien werden im Rahmen des Förderschwerpunktes nur bei Einbindung in ein Forschungsprojekt gewährt. Die Forschungsvorhaben sollen sich einem oder mehreren der fünf Forschungsfelder zuordnen lassen.


Die Koordination erfolgt durch Wissenschaftler der Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration" an der Universität Konstanz und „Die Herausbildung normativer Ordnungen" an der Universität Frankfurt a.M. und des King's College, London. Über die Anträge entscheidet das Kuratorium der Gerda Henkel Stiftung auf der Grundlage einer Empfehlung von internationalen Fachgutachtern und Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats.


Internationale Fachgutachter:
Prof. Dr. Peter Burgess | Oslo
Prof. Dr. Beatrice Heuser | Reading
Prof. Dr. I William Zartman | Washington D.C.


Wissenschaftliche Koordination:
Prof. Dr. Christopher Daase | Frankfurt/Main
Prof. Dr. Katharina Holzinger | Konstanz
Prof. Dr. Wolfgang Seibel | Konstanz
Dr. Thomas Rid | London



Thematische Schwerpunkte

Das Sonderprogramm gliedert sich in fünf thematische Felder:


1. Cybersecurity als staatliche Aufgabe


2. Öffentliche Verwaltung und Human Security


3. Konfliktlösungsmuster zwischen Staat und traditionalen Akteuren


4. Nicht-staatliche Akteure als Partner und Konkurrenten des Staates


5. Sicherheitsstrategien zwischen Doktrinbildung und Implementation




Die thematischen Schwerpunkte im Einzelnen

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Sonderprogramm Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen

Ausschreibung
Das Sonderprogramm »Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen« richtet sich an Forscherinnen und Forscher, die mit Blick auf gegenwärtige Entwicklungen die Entstehung politischer Bewegungen in der islamischen Welt auf nationaler und/oder transnationaler Ebene untersuchen. Angeregt und gefördert werden historische Studien sowie religions-, kultur- oder politikwissenschaftliche Projekte: Welche emanzipatorischen, welche modernen Elemente verspricht und integriert der politische Islam? Welche Entwicklungen, welche Zusammenhänge, welche Ähnlichkeiten in den Schlüsselkategorien, Interpretationen und Forderungen sind zwischen dem Pan-Arabismus und Pan-Islamismus am Ausgang des 19. Jahrhunderts und den heutigen Bewegungen festzustellen? Welche historischen Selbstbeschreibungen sind in den Konzepten erkennbar? Über welche spezifischen Vorstellungen von Vergemeinschaftung können gesellschaftliche Radikalisierungen und Mobilisierungen zur Gewalt legitimiert werden?

Das Sonderprogramm lenkt den Blick auf Dynamiken zwischen islamischer Lehre, Islamismus, Nationalismus und transnationalen Orientierungen und Lebenswelten. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Ländern und Regionen des islamischen Raums soll regionalbezogene und thematisch fokussierte Erkenntnisse zusammenführen, um Konfliktfelder gerade hinsichtlich globaler Einflüsse und kultureller Austauschprozesse problematisieren zu können.

Gefördert werden Vorhaben, die sich den Besonderheiten und Kontexten kultureller und geschichtlicher Rahmenbedingungen und Beziehungen widmen. Die Ergebnisse der Projekte sollen einen Beitrag zu differenzierenden und qualifizierten Diskussionen in Öffentlichkeit und Politik leisten können.

Beantragt werden können Mittel für Forschungsstipendien und zur Durchführung von Forschungsprojekten. Promotionsstipendien werden im Rahmen des Förderschwerpunktes nur bei Einbindung in ein Forschungsprojekt gewährt.

Die wissenschaftliche Koordination erfolgt durch das Bochumer Institut für Diaspora- und Genozidforschung unter Leitung von Prof. Dr. Mihran Dabag (Tel. +49 234 32 29702, E-Mail: Über die Anträge entscheidet das Kuratorium der Stiftung auf der Grundlage einer Empfehlung von Fachgutachtern und Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats.

Thematische Schwerpunkte
Die Gerda Henkel Stiftung fördert Forschungsvorhaben in fünf Themenfeldern:

1. Islamische Gesellschafts- und Staatsordnungen in Geschichte und Gegenwart

2. Nationsidee, nationale Bewegungen und Nationalismus in der islamischen Zivilisation

3. Islamischer Fundamentalismus oder islamische Emanzipation?

4. Zivilgesellschaftliche Bewegungen in der islamischen Welt

5. Islamische Staaten im internationalen Weltsystem

Die thematischen Schwerpunkte im Einzelnen

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Sonderprogramm Zentralasien



Flyer im pdf-Format

Ausschreibung
Die Gerda Henkel Stiftung hat im Jahr 2004 ein Programm zur Förderung von herausragenden Wissenschaftlern eingerichtet, die sich auf die Region Zentralasien konzentrieren. Der Schwerpunkt der Förderung liegt auf den Ländern Kasachstan, Kirgisistan, Mongolei, Nordafghanistan, Südsibirien, Tadschikistan, Tibet, Turkmenistan, Usbekistan und Xinjiang. Ziel des bis 2013 befristeten Programms ist es, Forschungsarbeiten insbesondere im Bereich der Archäologie und der Kunstgeschichte, aber auch in den Disziplinen Geschichte, Historische Islamwissenschaft, Architektur und Kunstwissenschaft anzuregen. Besonders berücksichtigt werden Wissenschaftler aus der Region Zentralasien. Ebenfalls gefördert werden Kooperationsprojekte zwischen Wissenschaftlern aus den Zielländern und europäischen Zentralasien-Forschern. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist dabei ein besonderes Anliegen der Stiftung.

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Sicherheit, Gesellschaft und Staat

Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen

Zentralasien

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