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Pressemitteilung, 05/02/2013

Mehr als 11,7 Millionen Euro für geisteswissenschaftliche Forschung
Gerda Henkel Stiftung legt neuen Jahresbericht vor und weist für 2012 die höchste Fördersumme seit ihrer Gründung aus

Die Gerda Henkel Stiftung hat im letzten Jahr mehr Fördermittel als jemals zuvor in ihrer 36-jährigen Geschichte bewilligt: Gut 11,7 Millionen Euro stellte die Stiftung 2012 für neue Projekte aus den historischen Disziplinen bereit. Ebenfalls wirtschaftlich erfolgreich war das vergangene Jahr in Bezug auf das Kurswertvermögen. Mit knapp 500 Millionen Euro verzeichnete die Stiftung zum 31. Dezember 2012 auch in diesem Bereich ein Rekordniveau. „Uns freut vor allem, dass wir zugleich unser Fördervolumen erhöhen und gegenwarts- und zukunftsorientierte Fachgebiete stärker berücksichtigen konnten“, betont Dr. Michael Hanssler, Vorsitzender des Vorstands der Gerda Henkel Stiftung. Der nun vorliegende Jahresbericht bietet mit einem neuen, veränderten Layout einen Überblick über die bewährten und neuen Förderangebote der Stiftung und stellt zehn Forschungsprojekte beispielhaft vor.

Mehr als 300 wissenschaftliche Vorhaben wurden im Berichtsjahr neu in die Förderung aufgenommen. Für Themengebiete, die einerseits für die Sicherheitspolitik nach dem Ende des Kalten Krieges exemplarisch, andererseits in der einschlägigen Forschung bislang wenig beachtet worden sind, hat die Gerda Henkel Stiftung im Jahr 2012 erstmals das Sonderprogramm „Sicherheit, Gesellschaft und Staat“ ausgeschrieben. Eine weitere wesentliche Initiative der Stiftung ist das von der Europäischen Kommission kofinanzierte Marie Curie Fellowship-Programm M4HUMAN (Mobility for experienced researchers in historical humanities and Islamic studies). 55 Stipendien für zweijährige Forschungsprojekte wurden 2012 im Rahmen des Programms vergeben. Dessen geographische Ausdehnung geht über Europa hinaus und schließt u.a. wissenschaftliche Vorhaben in Jamaika oder Brasilien ein.

Informationen im Internet Der vollständige Jahresbericht 2012 ist auf der Homepage der Stiftung unter www.gerda-henkel-stiftung.de/jahresbericht hinterlegt. Er informiert über die wichtigsten Ereignisse des zurückliegenden Jahres und stellt die folgenden ausgewählten Projekte ausführlich dar:

Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan M. Maul, Heidelberg: „Die Bibliothek aus dem ‚Haus des Beschwörungspriesters‘. Eine arabisch-deutsche Edition des im Jahr 1979 vom Irakischen Antikendienst in Assur freigelegten Tontafelbestandes“

Prof. Dr. Natalia V. Polosmak, Novosibirsk: „Xiongnu-Fürstengräber in Noin-Ula, Mongolei. Archäologische Notgrabung und Restaurierung der Funde“

Prof. Dr.-Ing. Joachim Ganzert, Hannover: „Das antike Theater von Patara, Türkei. Bauarchäologische Dokumentation, Rekonstruktion, Interpretation“

Dr. Eva Hausdorf, Berlin: „Monumente der Aufklärung. Die Grab- und Denkmäler von Jean-Baptiste Pigalle (1714–1785) zwischen Konvention und Erneuerung“

Prof. Dr. Dr. h.c. Marcel van der Linden, Amsterdam, u.a.: „Globalisierungsgeschichte von unten. Der Wandel der Arbeitsverhältnisse, 1500–2000. Erklärungen und Verbindungen“

Dr. Hartwig Fischer, Dresden: „Von Max Slevogt bis Paul Klee. Ägyptenrezeption in der deutschen Malerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“

Prof. Dr. Sönke Neitzel, London/Prof. Dr. Philipp Gassert, Augsburg/Prof. Dr. Andreas Gestrich, London: „Kulturen der Intelligence: Ein Forschungsprojekt zur Geschichte der militärischen Nachrichtendienste in Deutschland, Großbritannien und den USA, 1900–1947“

Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch/Dr. Tiziana Caianiello, Düsseldorf: „ZERO 1957-1967. Kartierung einer europäischen Neo-Avantgarde“

Dr. Felicitas Becker, Cambridge: „Islamische Prediger in Ostafrika. Lokale Debatten und transregionaler Austausch zwischen Produzenten, Händlern und Nutzern von Aufnahmen Swaheli-sprachiger muslimischer Predigten in Kenia, Tansania und Uganda“

Dr. Ruba Salih, London/ Dr. Sophie Richter-Devroe, Exeter: „Konfliktlösungsstrategien palästinensischer Flüchtlinge. Staatsbürgerschaftsrecht und Rückkehrrecht?“

Alle Informationen hält die Gerda Henkel Stiftung auch auf ihrer neu gestalteten Website bereit (www.gerda-henkel-stiftung.de).

Die Gerda Henkel Stiftung wurde 1976 von Frau Lisa Maskell (1914–1998) zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel in Düsseldorf errichtet. Ausschließlicher Stiftungszweck ist die Förderung der Wissenschaft. Die Weiterbildung graduierter Studenten ist ein besonderes Anliegen der Stiftung. Die Gerda Henkel Stiftung ist in Deutschland und international tätig und hat seit ihrer Gründung weltweit knapp 6.000 Forschungsvorhaben mit rund 110 Millionen Euro unterstützt.

Kontakt:
Gerda Henkel Stiftung
Pressestelle
Dr. Sybille Wüstemann
E-Mail: wuestemann@gerda-henkel-stiftung.de
Tel.: +49 (0)211 93 65 24 19

Anforderung des Jahresberichts 2012