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09.05.2019

Gerda Henkel Stiftung legt Jahresbericht vor und blickt auf 2018 zurück: 15,8 Millionen Euro für Forschung weltweit

Die Gerda Henkel Stiftung hat im Jahr 2018 Forschungsprojekte mit 15,8 Millionen Euro gefördert. Das entspricht einer leichten Steigerung gegenüber 2017. Im vergangenen Jahr bewilligte die Stiftung Mittel für 360 Vorhaben aus den Historischen Geisteswissenschaften und benachbarten Disziplinen in 43 Ländern. In ihrem neuen Jahresbericht informiert sie über wesentliche Initiativen und stellt einzelne Fördervorhaben vor (https://edit.gerda-henkel-stiftung.de/jb/jahresbericht2018/).

Projektbeispiele aus dem Jahresbericht: „Menschenzucht“ in der Geschichte und Kinder im Krieg
Nicht erst seit der Moderne besteht der Wunsch nach dem optimal leistungsfähigen Menschen. Schon in der Frühen Neuzeit haben Ökonomen und Mediziner nach Wegen zur Produktion perfekter „Untertanen“ gesucht. Die Eugenik entwickelte sich bis zum 19. Jahrhundert zu einer eigenen Wissenschaft. Prof. Dr. Maren Lorenz (Bochum) ist mit Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung den Utopien der „Menschenzucht“ nachgegangen. Ihr Buch „Menschenzucht. Frühe Ideen und Strategien 1500–1870“ zeigt, wie die Grenzen des öffentlich Sagbaren und sozial Machbaren immer weiter verschoben wurden (https://www.gerda-henkel-stiftung.de/Lorenz_Menschenzucht). Ein Interview mit der Historikerin über das Thema ist abrufbar auf L.I.S.A. WISSENSCHAFTSPORTAL GERDA HENKEL STIFTUNG (https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/marenlorenz_menschenzucht).

Der Alltag vieler Kinder weltweit ist durch Gewalt und bewaffnete Konflikte geprägt. Sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Armeen setzen Kindersoldaten ein. Dr. Roos van der Haer (Leiden, Niederlande) untersucht, wie sich Kriege auf Kinder auswirken und welche Rolle bewaffnete Gruppen für die kindliche Entwicklung spielen – eine Frage, auf die die bisherige Forschung durchaus widersprüchliche Antworten gibt. Die Politikwissenschaftlerin interviewt 300 Kinder und Jugendliche, darunter ehemalige Kindersoldaten, in der Demokratischen Republik Kongo, einem Land, das zu den schlimmsten Krisengebieten für den Schutz von Kindern und Jugendlichen zählt. Die Ergebnisse werden auf Basis des von der Weltbank entwickelten „Social Capital Integrated Questionnaire“ ausgewertet und auch Nichtregierungsorganisationen zur Verfügung gestellt (https://www.gerda-henkel-stiftung.de/van_der_Haer_Bleibende_Wunden ). Im Auftrag der Gerda Henkel Stiftung entsteht derzeit eine Videodokumentation über das Projekt. Redaktionen können nach Abschluss der Dreharbeiten honorarfrei Filmmaterial für ihre Berichterstattung anfordern.

Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 von Frau Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Die Förderungen der Gerda Henkel Stiftung gelten den Historischen Geisteswissenschaften. In einigen Programmen wendet sich die Stiftung darüber hinaus gegenwarts- und zukunftsbezogenen Themen zu, vor allem im Rahmen des Sonderprogramms „Sicherheit, Gesellschaft und Staat“. Im Rahmen des Lisa Maskell Stipendienprogramms fördert die Stiftung junge Geisteswissenschaftler in Afrika und Südostasien. In ihrem Förderschwerpunkt „Patrimonies“ setzt sie sich für den Erhalt kulturellen Erbes vor allem in Krisenregionen ein. Forschungen, die aktuelle Problemlagen in größere historische Zusammenhänge stellen, stehen im Zentrum der Förderschwerpunkte „Demokratie als Utopie, Erfahrung und Bedrohung “ sowie „Lost Cities. Wahrnehmung von und Leben mit verlassenen Städten in den Kulturen der Welt“. Im Zusammenhang mit geförderten Projekten unterstützt die Stiftung im Rahmen von ergänzenden Vorhaben auch soziale Begleitmaßnahmen. Die Gerda Henkel Stiftung kann ihre Zwecke im In- und Ausland verwirklichen.

Kontakt:
Pressestelle der Gerda Henkel stiftung
Dr. Sybille Wüstemann
Telefon +49 211 93 65 24 - 19
Telefax +49 211 93 65 24 - 44
wuestemann@gerda-henkel-stiftung.de