Dokumentation zu diesem Projekt

POIESIS - a Gerda Henkel Fellowship Program on the future of capitalism, cities, and culture

Einführung

Prof. Dr. Craig Calhoun (New York) und Prof. Dr. Richard Sennett (London/New York) bauten im Rahmen eines in den Jahren 2009-2012 von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Forschungsvorhabens ein internationales und interdisziplinäres Netzwerk von Nachwuchsforschern und etablierten Wissenschaftlern aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie von Fachleuten unterschiedlicher Richtungen auf, das neue Ideen für die Bearbeitung von Zukunftsfragen entwickelt und gemeinsame Projekte erarbeitet. Der von der Stiftung unterstützte Teil des Stipendienprogramms ist eingebunden in ein größeres Forschungsvorhaben, das von der BMW-Stiftung Herbert Quandt, der New York University und der London School of Economics and Political Science finanziert wird. Für die als Fellows ausgewählten Nachwuchswissenschaftler aus Europa, den USA, Schwellenländern und den sich entwickelnden Staaten stehen führende Experten der jeweiligen Wissenschaftszweige als Mentoren zur Verfügung. Inhaltlich bezieht sich das Programm auf die drei Bereiche „Kapitalismus“, „Städte“ und „Kultur“, deren Wandel im Hinblick auf wechselseitige Einflüsse und Bedingtheiten analysiert wird. Dabei sollen insbesondere vier Gesichtspunkte Berücksichtigung finden: Governance, Soziale Kohäsion, Visualisierung und Offene Systeme.

Konferenzen

Um den fachlichen Austausch unter den beteiligten Wissenschaftlern lebendig zu gestalten, wurden regelmäßige Workshops und Konferenzen durchgeführt.

Vom 16. bis 18. April 2010 fand erstmalig ein Treffen aller Mitglieder der Forschergemeinschaft in München statt. Die Wissenschaftler definierten während der dreitägigen Konferenz ein gemeinsames interdisziplinäres Forschungsfeld und legten den Grundstein für mehrere zukünftige Projekte. Im Mittelpunkt stand das Thema „Remaking the City“. „Stadt“ wird dabei als Mikrokosmos verstanden, in dem soziale Differenzen, Technologie, neue Kooperationsstrategien und neue Konflikte kumulieren. Die Präsentationen und Debatten der Konferenz fokussierten insbesondere auf den Entwurf möglicher Zugangsweisen zum Forschungsgegenstand. Neben einem Onlineportal zur Klärung terminologischer Fragen wurden Forschungsgruppen zu Infrastruktur sowie historischer Genealogie der Stadt gegründet. Ergebnisse sowie weitere Arbeitsprojekte werden zunächst im Internet veröffentlicht.

Das zweite Netzwerk-Treffen fand vom 28. bis 31. August 2010 in New York statt. Der Schwerpunkt lag auf der Konzeption konkreter Forschungsprojekte, die in den kommenden Monaten konkreter ausgestaltet werden sollen.

Vom 9. bis 11. August 2011 fand das dritte Treffen aller Mitglieder des Poiesis-Programms am Institute for Public Knowledge in New York statt. Dort präsentierten junge Forscher, die zuvor in den Arbeitsgruppen „Infrastructures of Citizenship“ und „Infrapolitics“ gearbeitet hatten, den Senior Fellows ihre vorläufigen Forschungsergebnisse. Der Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Diskussion der Erkenntnisse, die die Wissenschaftler auf ihren Forschungsreisen nach Berlin und zum Unternehmen Google gewonnen hatten. Darüber hinaus wurde der Ablauf weiterer Projekte besprochen und die wissenschaftliche Methodik der interdisziplinären Forschungsgemeinschaft konkretisiert.

Vom 25. bis 27. Juli 2012 fand das vierte Treffen aller Mitglieder des Poiesis-Programms in Cambridge statt. Drei Tage lang diskutierte die internationale und interdisziplinäre, aus Architekten, Filmemachern, Physikern, Soziologen und Rechtsanwälten bestehende Gruppe über die Zukunft der Stadt. Im Mittelpunkt stand die Interpretation der Stadt aus ihrer physischen und kulturellen Infrastruktur heraus, das Potenzial der so genannten städtischen „Democracy by Design“, und die Implikationen einer ganzheitlichen Stadtplanung für die Sozialwissenschaften und für die politische Praxis.

Eine ausführliche Beschreibung des Programms findet sich auch auf der Internet-Seite der BMW Stiftung Herbert Quandt.

Fellows

Folgende Fellows wurden ausgewählt:

Nerea Calvillo, Inhaberin von C+ Arquitectos (Madrid, Spanien)

Naresh Fernandes, Chefredakteur Time out India (Mumbai, Indien)

Ass. Prof. Dr. Orit Halpern, New School of Social Research (New York, NY, USA)

Prof. Dr. Haiyan Huang, Xi’an University of Technology (Xi’an, China)

Dr. Monika Krause, University of Kent (Canterbury, Großbritannien)

Jesse LeCavalier, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (Zürich, Schweiz)

Ass. Prof. Dr. Clapperton Mavhunga, Massachusetts Institute of Technology (Cambridge, MA, USA)

Ass. Prof. Dr. Michael McQuarrie, University of California (Davis, CA, USA)

Dr. Wolfgang Pietsch, Technische Universität München (München, Deutschland)

Cassim Shepard, Gründungsdirektor von Urban Omnibus (New York, NY, USA)

Publikation

Die aus dem Projekt hervorgegangenen Ergebnisse sind nachzulesen in:

Public Culture 25/2 (2013)

oder im Internet unter

http://publicculture.org/issues/view/25/2