Pressemitteilung, 14.05.2020

Das vergangene Jahr in Projekten und Zahlen:
Gerda Henkel Stiftung hat 2019 Forschung mit 18,2 Millionen Euro gefördert
Neuer Jahresbericht liegt vor

Die Gerda Henkel Stiftung hat 2019 gut 18,2 Millionen Euro für Forschung weltweit zur Verfügung gestellt. Das sind 2,4 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. 360 Vorhaben aus 44 Ländern - von Ägypten bis Vietnam - fanden Aufnahme in die Förderung. Nun stellt der neue Jahresbericht ausgewählte Forschungsprojekte und ihre Akteure vor. Darunter: Die Rettung von Wandgemälden äthiopischer Kirchen und eine Untersuchung zu den bibeltreuen evangelikalen Colleges der USA [https://edit.gerda-henkel-stiftung.de/jb/jahresbericht2019/].

Äthiopische Kirchenkunst und evangelikale Colleges
Einige der frühsten und bedeutendsten Beispiele kirchlicher Kunst Äthiopiens finden sich in der Region Tigray im Norden des Landes. Ihre Ikonographie wirkte prägend auf die nationale Identität. Doch auch trotz ihrer einzigartigen Wandgemälde sind die über hundert, vorwiegend als Felskirchen konzipierten, Gotteshäuser von Tigray außerhalb Äthiopiens weitgehend unbekannt. Steinschläge und ungünstige Wetterbedingungen setzen den Kunstwerken im Kircheninneren zu. Fast ein Fünftel der Wandgemälde gingen so in den vergangenen fünfzig Jahren bereits verloren. Zwei besonders bedrohte Gemälde der Region, aus dem 17. und 18. Jahrhundert, stehen im Zentrum eines äthiopisch-britischen Konservierungsprojekts des Ethiopian Hertitage Fund. [Link Website]. Die Gerda Henkel Stiftung hat die Forschergruppe mit der Kamera begleiten lassen. Entstanden ist eine Filmdokumentation über die Erhaltungs- und Schutzmaßnahmen - abrufbar unter [https://www.gerda-henkel-stiftung.de/tigray].

Die Bedeutung konservativ-protestantischer Kreise in den USA ist ein öffentlich und zunehmend auch wissenschaftlich diskutiertes Thema. Mit den evangelikalen Colleges haben sich ihre Vertreter eigene Hochschulen geschaffen. Um sich zu akkreditieren und gesellschaftliche Akzeptanz zu finden, begannen diese Hochschulen in den 1940er Jahren, neue Inhalte und Abschlüsse zu entwickeln. Dennoch gilt für evangelikale Colleges weiterhin der Grundsatz, auf der Basis eines wörtlichen Bibelverständnisses zu lehren und zu forschen. Was daraus insbesondere für die Psychologie und Lebenswissenschaften folgt, ist Gegenstand eines Forschungsprojekts unter Leitung von Dr. Stefanie Coché (Justus-Liebig-Universität Gießen). Auf der Grundlage von Akkreditierungsakten, Jahresberichten, Protokollen und Zulassungen untersucht die Forschergruppe diese Studiengänge in ihrer Etablierung und Hochschulpraxis [https://www.gerda-henkel-stiftung.de/colleges].

Gerda Henkel Stiftung
Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 von Frau Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Die Förderungen der Gerda Henkel Stiftung gelten den Historischen Geisteswissenschaften. In einigen Programmen wendet sich die Stiftung darüber hinaus gegenwarts- und zukunftsbezogenen Themen zu, vor allem im Rahmen des Sonderprogramms „Sicherheit, Gesellschaft und Staat“. Im Rahmen des Lisa Maskell Stipendienprogramms fördert die Stiftung junge Geisteswissenschaftler in Afrika und Südostasien. In ihrem Förderschwerpunkt „Patrimonies“ setzt sie sich für den Erhalt kulturellen Erbes vor allem in Krisenregionen ein. Forschungen, die aktuelle Problemlagen in größere historische Zusammenhänge stellen, stehen im Zentrum der Förderschwerpunkte „Demokratie als Utopie, Erfahrung und Bedrohung “ sowie „Lost Cities. Wahrnehmung von und Leben mit verlassenen Städten in den Kulturen der Welt“. Im Zusammenhang mit geförderten Projekten unterstützt die Stiftung im Rahmen von ergänzenden Vorhaben auch soziale Begleitmaßnahmen. Die Gerda Henkel Stiftung kann ihre Zwecke im In- und Ausland verwirklichen.

Kontakt:
Pressestelle der Gerda Henkel Stiftung
Dr. Sybille Wüstemann
Telefon +49 211 93 65 24 - 19
Telefax +49 211 93 65 24 - 44
wuestemann@gerda-henkel-stiftung