Historische Bibliothek der
Gerda Henkel Stiftung

Die Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung...

...wurde gemeinsam mit dem Verlag C.H. Beck gegründet. Ihr Ziel ist es, ausgewiesenen Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, grundlegende Erkenntnisse aus dem Bereich der Historischen Geisteswissenschaften einer interessierten Öffentlichkeit näher zu bringen. Die Stiftung unterstreicht damit ihr Anliegen, herausragende geisteswissenschaftliche Forschungsleistungen zu fördern - in diesem Fall in Form eines Buches, das höchsten Ansprüchen genügt und eine große Leserschaft findet.

Jill Lepore
Diese Wahrheiten. Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika

München 2019
1120 S., mit 33 Abbildungen, C.H. Beck
Hardcover (in Leinen)
ISBN 978-3-406-73988-0
Preis: 39,95 €

In einer Prosa von funkelnder Schönheit erzählt die preisgekrönte Historikerin Jill Lepore die Geschichte der USA von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Sie schildert sie im Spiegel jener «Wahrheiten» (Thomas Jefferson), auf deren Fundament die Nation gegründet wurde: der Ideen von der Gleichheit aller Menschen, ihren naturgegebenen Rechten und der Volkssouveränität. Meisterhaft verknüpft sie dabei das widersprüchliche Ringen um den richtigen Weg Amerikas mit den Menschen, die seine Geschichte gestaltet oder durchlitten haben. Sklaverei und Rassendiskriminierung kommen ebenso zur Sprache wie der Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen oder die wachsende Bedeutung der Medien. Jill Lepores große Gesamtdarstellung ist aufregend modern und direkt, eine Geschichte der politischen Kultur, die neue Wege beschreitet und das historische Geschehen geradezu hautnah lebendig werden lässt.

Mischa Meier
Geschichte der Völkerwanderung. Europa, Asien und Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert n. Chr.

München 2019
1532 S., mit 40 Abbildungen und 38 Karten, gebunden, C.H. Beck
ISBN 978-3-406-73959-0
Preis: 58,00 €

Byzanz, 29. Juli 626 - vor den Toren der prächtigsten Stadt Europas und Asiens hat der Khagan der Awaren 80.000 Krieger zusammengezogen und verlangt ihre bedingungslose Übergabe. Für die Menschen in der Metropole steht fest, dass das Ende aller Zeiten gekommen ist und die Mächte der Finsternis das apokalyptische Heer von Gog vor ihre Stadt geführt haben.

Wie oft Menschen zwischen dem 3. und 8. Jahrhundert n. Chr. solch tödliche Furcht vor herandrängenden Heeren fremder Völker empfunden haben, zeigt Mischa Meier in seiner magistralen Darstellung der Völkerwanderungszeit. Sie beinhaltet die Geschichte des späten Imperium Romanum sowie die Geschichten der nachrömischen Herrschaftsbild ungen im Westen, jene des frühen Byzantinischen Reiches, aber auch die des frühen islamischen Kalifats bis zum Ende der Umayyadenzeit (750). Reich an Informationen, stets verständlich und spannend zu lesen, führt sie den Leser von der europäischen und nordafrikanischen Atlantikküste bis zu den zentralasiatischen Knotenpunkten der Seidenstraße, nach Nordindien und zum Hindukusch, von Skandinavien und Britannien im Norden bis nach Arabien im Süden. Sie macht vertraut mit den dramatischen Ereignissen dieser Zeit und den damit einhergehenden tiefgreifenden Wandlungsprozessen. Ein wahres Opus magnum, das erstmals eine vollständige Geschichte der Epoche bietet.  

Dieter Langewiesche
Der gewaltsame Lehrer. Europas Kriege in der Moderne

München 2019
512 S., mit 54 Abbildungen, 6 Tabellen und 9 Karten, gebunden, C.H. Beck ISBN 978-3-406-72708-5
Preis: 32,00 €

Europas Kriege haben die Welt verändert. Kriege erzwangen seine Vorherrschaft in der Welt, Kriege beendeten sie. Kriege waren die Geburtshelfer von Nationen und Nationalstaaten, Kriege verhalfen Revolutionen zum Erfolg. Warum die Menschen immer wieder auf Krieg und Gewalt setzten, um ihre Ziele zu erreichen, davon handelt das Buch des renommierten Historikers Dieter Langewiesche. Dass der Krieg eine historische Gestaltungskraft ersten Ranges ist, gehört zu den unbequemsten Wahrheiten der Geschichte. Und sie ist weiterhin aktuell. Nicht nur gibt es immer noch Kriege auf der Welt, selbst "humanitäre Interventionen" oder der Kampf gegen den Terror kommen ohne kriegerische Einsätze nicht aus. Warum aber greifen Menschen und Staaten überhaupt zum Mittel des Krieges? Wie haben Kriege Wandel ermöglicht oder verhindert? War der Krieg im europäischen Laboratorium der Staats- und Gesellschaftsordnungen sogar unverzichtbar? Der Tübinger Historiker Dieter Langewiesche beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit diesen Fragen und legt nun eine grundlegende Analyse vor, in der es nicht um Pulverdampf und Schlachtenlärm geht, sondern um den Ort des Krieges in der Geschichte der Moderne.

Frank Rexroth
Fröhliche Scholastik. Die Wissenschaftsrevolution des Mittelalters

München 2018
505 Seiten, mit 8 Abbildungen in Farbe und 6 Karten, in Leinen, C.H. Beck ISBN  978-3-406-72521-0
Preis: 29,95 €

Im Hochmittelalter ereignete sich in Europa eine Revolution, die bis heute unser Leben bestimmt. Gelehrte befreiten sich von den Glaubensgewissheiten ihrer Zeit und gingen ihren eigenen Fragen nach. Frank Rexroth lässt in seinem Buch so anschaulich und quellennah wie nie zuvor das Leben der mittelalterlichen Gelehrten, ihre neuartigen Schulen, ihre Emotionen, Ideen und Entdeckungen lebendig werden und zeigt, wie schließlich das entstand, was wir heute Wissenschaft nennen. Als Peter Abaelard im 12. Jahrhundert de n Vorrang der Vernunft in allen Fragen verkündete (und noch dazu ein Verhältnis mit seiner Schülerin Heloise begann), war das ein Skandal. Doch er war nicht der einzige, der eigensinnig sein Wissen selbst erforschen und sein Leben dem neuen Projekt des «scholastischen» Wissens verschreiben wollte. Frank Rexroth erzählt, wie sich Schüler zu neuen Gruppen und Schulen zusammenfanden, beobachtet ihre Treue zum Lehrer, ihre Rangstreitigkeiten und ihre lebenslangen Bindungen und zeigt auf faszinierende Weise, wie Hand in Hand mit der neuen Lebensweise intellektuelle Veränderungen vor sich gingen, die bis heute fortwirken: Gelehrtes Wissen musste nun unabhängig von religiösen Dogmen wahr und nützlich sein und fächerte sich in unterschiedliche Disziplinen auf. Am Ende dieser grundlegenden Transformation europäischer Intellektualität steht die Geburt der Universität.

Hartmut Leppin
Die frühen Christen. Von den Anfängen bis Konstantin

München 2018
512 Seiten, mit 21 Abbildungen, in Leinen, C.H. Beck ISBN 978-3-406-72510-4
Preis: 29,95 €

Das frühe Christentum gab es in den ersten drei Jahrhunderten nach Jesu Tod nicht. Was es gab, war eine Vielzahl von Christentümern. Die Entwicklungen der Gemeinden und die Wege ihrer Mitglieder konnten kaum unterschiedlicher sein. Denn die frühen Christen rangen mit der Frage, wie ein wahrhaft christliches Leben aussehen könnte, und gelangten dabei zu verschiedenen Antworten. Unter diesen Bedingungen entstand eine Vielfalt von Glaubensvorstellungen und christlichen Werthaltungen, die unmittelbare Auswirkungen auf die Lebenspraxis des Einzelnen hatten. So erzählt dieses Buch von einer christlichen Welt jenseits von Dogmen und Konzilsbeschlüssen. Empfand man sich als Christ, als Jude – und wer war eigentlich ein Heide? Auf welche Autoritäten sollte man in einer Welt hören, die so reich an Irrwegen und Verführungen war? Wie sollte man für sich selbst und für seinen Nächsten sorgen, auf dass Gott ein Wohlgefallen daran fand? Und welcher Weg führte über all die irdischen Zwänge, denen man im Imperium Romanum kaum entgehen konnte, hinweg zum ewigen Heil? Der renommierte Frankfurter Althistoriker Hartmut Leppin ist diesen und vielen weiteren Fragen anhand zahlreicher Beispiele nachgegangen und entwirft in seinem ebenso spannenden wie differenzierten Buch ein lebendiges, farbiges und facettenreiches Bild der Frühzeit des Christentums.

Manfred Hildermeier
Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates

München 2017
1348 Seiten, mit 79 Tabellen, 10 Diagrammen und einer Karte, in Leinen, C.H. Beck ISBN 978-3-406-71408-5
Preis: 49,95 €

Aus Anlass des 100. Jahrestags der Oktoberrevolution hat Manfred Hildermeier seine klassische Geschichte der Sowjetunion grundlegend aktualisiert und auf den neuesten Forschungsstand gebracht. Das Standardwerk wurde zudem ergänzt um ein Kapitel über die Ära Putin und führt nun bis in die unmittelbare Gegenwart. Die Geschichte der Sowjetunion erstreckt sich wie ein gewaltiger Monolith durch fast das ganze 20. Jahrhundert. Der erste sozialistische Staat hat nicht nur während des „Großen Vaterländischen Krieges“ gegen Hitlers Armeen und in der Epoche des Kalten Krieges den Lauf der Weltgeschichte entscheidend beeinflusst. Er ist auch Ausgangspunkt und Resultat des revolutionären Versuchs gewesen, einer gesellschaftlichen Utopie den Weg in die Wirklichkeit zu bahnen. Manfred Hildermeier bietet auf der Grundlage einer kaum mehr überschaubaren Materialfülle eine zugleich informierende und interpretierende, allgemeinverständliche Gesamtdarstellung. Sein leitender Gesichtspunkt ist dabei die Frage nach den gemeinsamen ‚sozialistischen‘ Prinzipien der politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung.

Bernd Roeck
Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance

München 2017
1304 Seiten, mit 115 Abbildungen, davon 32 in Farbe, in Leinen, C.H.Beck ISBN 978-3-406-69876-7
Preis: 44,00 €

Die Renaissance war eine Revolution, die erst Europa und dann die ganze Welt für immer veränderte. In seinem grandios erzählten Buch entfaltet Bernd Roeck ein beeindruckendes Panorama dieser dramatischen Epoche. Zugleich erklärt er im Horizont der Globalgeschichte, wieso es in Europa zu dieser einzigartigen Verdichtung von weltbewegenden Ideen, spektakulären Entdeckungen und historischen Umwälzungen kommen konnte. Um die Wurzeln der Renaissance freizulegen, blickt Bernd Roeck weit ins Mittelalter und die Antike zurück – und weit über die Grenzen Europas hinaus. Mit analytischer Schärfe und darstellerischem Glanz lässt er die Epoche vor den Augen des Lesers auferstehen: die große Kunst, die unter Italiens Himmel entstand, und die Ideen der Humanisten ebenso wie die Religionskriege und die Anfänge der Unterwerfung fremder Erdteile. Er erzählt von Kaufleuten und Dichtern, Kaisern und Päpsten, klugen Frauen und monströsen Männern, von den Großen der Zeit und den Kleinen, die fern der Paläste mit Krankheit und Hunger kämpften. Schließlich zeigt dieses Opus magnum, dass die Renaissance mit ihren Innovationen nicht nur Sehnsuchtsorte der Schönheit und des Geistes schuf, sondern auch die Fundamente für unsere moderne Welt.

Werner Plumpe
Carl Duisberg. 1861-1935. Anatomie eines Industriellen

München 2016
992 Seiten mit 39 Abbildungen, in Leinen, C.H. Beck
ISBN 978-3-406-69637-4
Preis: 39,95 €

Carl Duisberg galt als der bedeutendste Industrielle seiner Zeit. Werner Plumpe spürt seinem Erfolgsgeheimnis nach und zeichnet ein beeindruckendes Porträt dieses Begründers der modernen chemischen Industrie und seiner Epoche.
Auf der Grundlage einer einzigartigen Quellenbasis von über 25.000 erhaltenen Briefen rekonstruiert Werner Plumpe die Karriere eines Bildungsaufsteigers aus Heimarbeitsmilieu, dessen Weg ihn von den Farbenfabriken Bayer an die Spitze der deutschen Industrie und in die höchsten Kreise der deutschen Gesellschaft führte. Dabei beschreibt er auch die politischen Wandlungen Carl Duisbergs, der als Gründer der I.G. Farbenindustrie AG eines der umstrittensten Gebilde der deutschen Unternehmensgeschichte schuf und dessen Leben so stark mit der deutschen Geschichte seiner Zeit verwoben ist, dass sich an seiner Person das Panorama einer ganzen Epoche entfalten lässt.

Jörg Rüpke
Pantheon. Geschichte der antiken Religionen

München 2016
559 Seiten, mit 60 Abbildungen, in Leinen, C.H. Beck
ISBN 978-3-406-69641-1
Preis: 34,00 €

Dieses umfassende, reich bebilderte Werk zur Geschichte der antiken Religionen eröffnet einen neuen Zugang zur Alten Welt. Im Zentrum der faszinierenden Darstellung steht der Zeitraum vom Beginn des ersten Jahrtausends v. Chr. bis zur Ausbreitung des Christentums in der Spätantike.
Der international renommierte Religionswissenschaftler Jörg Rüpke erzählt hier unter anderem von der Errichtung der ersten monumentalen Grabanlagen in Etrurien, von Tempelbauprojekten, von Priestern, Gläubigen und Ritualen, vom Kaiserkult und von den Versuchen Intellektueller, Religion in Wissen zu verwandeln. Er schaut, wo immer möglich, Frauen und Männern über die Schultern, die religiöse Erfahrungen in dunklen Heiligtümern oder vor Hausaltären machten, durch Gebet und Inschriften über den eigenen Tod hinaus in Erinnerung bleiben wollten oder beispielsweise nicht verstanden, warum ein neuer Gott von ihnen Verhaltensänderungen im Alltag erwartete. So eröffnet er seinen Leserinnen und Lesern das ungewöhnliche Panorama eines ebenso bedeutenden wie fremden Lebensbereichs der Antike.

Wolfgang Reinhard
Die Unterwerfung der Welt. Eine Globalgeschichte der europäischen Expansion 1415 – 2015

München 2016
1648 Seiten, mit 122 Abbildungen und Karten, in Leinen, C.H. Beck
ISBN 978-3-406-68718-1
Preis: 58,00 €

Mit „Die Unterwerfung der Welt“ von Wolfgang Reinhard liegt in der Historischen Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung eine auch international einzigartige Gesamtdarstellung der europäischen Expansion vor, die von den mittelalterlichen Anfängen bis in die Gegenwart führt. Der Historiker zieht in diesem großen Buch eine Summe der weitverzweigten Forschung und richtet die Aufmerksamkeit nicht nur auf die Kolonisatoren, sondern immer wieder auch auf die Kolonisierten und ihre Lebensbedingungen. Damit fügt sich „Die Unterwerfung der Welt“ in die Reihe globalhistorischer Werke ein, die zum besonderen Profil der Historischen Bibliothek gehören.

Sie kamen, sahen und eroberten – 600 Jahre lang haben Europäer die Welt erkundet, unterworfen und ausgebeutet. Doch zugleich haben sie zahllose Impulse für die Entstehung unserer heutigen Welt gegeben und empfangen. Denn die europäische Expansion war keine Einbahnstraße, sondern ein jahrhundertelanger Prozess der Interaktionen. In Wolfgang Reinhards Werk hat die Vorgeschichte der Globalisierung zu einer einzigartigen Gesamt-darstellung gefunden.

Der Historiker Wolfgang Reinhard beschreibt von den frühen Anfängen der europäischen Expansion in Antike und Mittelalter bis zu den langwierigen Dekolonisationen des 20. Jahrhunderts einen weltgeschichtlichen Vorgang von gewaltigen zeitlichen und räumlichen Dimensionen. Ob er über die Handelssysteme in Asien berichtet oder über die künstliche Welt der Plantagen mit ihren Sklaven, über ökologische Folgen oder konfliktträchtige politische Hinterlassenschaften der europäischen Expansion, stets ist seine Geschichte geprägt von dem Interesse nicht nur an den Europäern, sondern auch an den Anderen.

"Europa, das große Thema: Hinter Europa liegt, sozusagen, "Die Unterwerfung der Welt" - noch einmal neu bearbeitet hat der Historiker Wolfgang Reinhard seine monumentale vierbändige "Geschichte der europäischen Expansion" und sie zur "Globalgeschichte" erweitert. Und man erkennt, "Europa ist immer noch expansiv", freilich nicht, wie früher so oft, durch Gewalt und die Verbreitung von Angst und Schrecken und später durch Handels- und Wissensmacht, sondern durch Mitwirkung an einem globalen Netzwerk an Beziehungen, Kontakten, Wertevermittlungen. Wer sich auf diese Geschichte einlässt, wird schnell merken, wie stark Europa die Welt geprägt hat und auf welche Weise die einzelnen Länder ihre Verantwortung verleugnet, ausgenutzt oder wahrgenommen haben; nicht alles, das wissen wir allzu genau, steht auf einem Ruhmesblatt. Ein reiches Panorama entfaltet Reinhard - oft kommt man aus dem Staunen nicht heraus."
Andreas Wang, NDR Kultur

„Die Unterwerfung der Welt“ von Wolfgang Reinhard belegte Platz 3 der Sachbücher des Monats April 2016

David Nirenberg
Anti-Judaismus. Eine andere Geschichte des westlichen Denkens

München 2015
587 Seiten, in Leinen, C.H. Beck
ISBN 978-3-406-67531-7
Preis: 39,95 €

Anti-Judaismus gilt als eine irrationale Abweichung vom westlichen Denkweg hin zu Freiheit, Toleranz und Fortschritt. David Nirenberg zeigt demgegenüber in seinem aufsehenerregenden Buch anhand zahlreicher – oft erschreckender – Belege von der Antike bis heute, dass die Distanzierung vom Judentum zum Kern des westlichen Denkens und Weltbilds gehört. Die Alten Ägypter verachteten ihre jüdischen Nachbarn als Fremde, die das Land angeblich im Dienste der Perser, Griechen oder Römer unterwanderten. Für die frühen Christen und Muslime waren die Juden Feinde der von Jesus oder Mohammed verkündeten Wahrheit. Spanische Inquisitoren strebten ebenso wie protestantische Reformatoren danach, ein heimliches Judentum aufzudecken und zu zerstören, von dem sie die Christenheit bedroht sahen. Die Aufklärung räumte mit diesem Feindbild keineswegs auf. Voltaire bekämpfte in Gestalt der Juden den Aberglauben, Kant die selbstverschuldete Unmündigkeit und Marx das Privateigentum. Die Gegner mit Juden zu identifizieren hat auch ohne reale Juden funktioniert. Aber immer wieder waren Juden (und nicht nur sie) reale Opfer eines Anti-Judaismus, der die Geschichte des Westens wie ein roter Faden durchzieht.

Ein Semester lang widmete sich Prof. Dr. Ute Daniel zusammen mit Studierenden der Technischen Universität Braunschweig dem Werk David Nirenbergs „Anti-Judaismus. Eine andere Geschichte des westlichen Denkens“. Die online-Publikation aus diesem L.I.S.A.Teamwork-Projekt ist hier einsehbar.

2017 wurde Prof. Dr. David Nirenberg mit dem Historikerpreis der Stadt Münster ausgezeichnet.

Heinz Halm
Kalifen und Assassinen. Ägypten und der Vordere Orient zur Zeit der ersten Kreuzzüge

München 2014
432 Seiten, mit 22 Abbildungen, 15 Karten und 3 Stammtafeln, gebunden, C.H. Beck
ISBN 978-3-406-66163-1
Preis: 34,95 €

Als im Jahr 1099 die Ritter des ersten Kreuzzugs Jerusalem eroberten, nahmen sie einen feindlichen „islamischen Orient“ wahr – und übersahen die zahlreichen Christen und Juden ebenso wie die innerislamischen Gegensätze. Heinz Halm korrigiert das bis heute fortwirkende und auch von Muslimen gepflegte Bild von einem religiös einheitlichen Morgenland.

Islamische Terroristen verbreiten Angst und Schrecken, Sunniten kämpfen gegen Schiiten, und der Westen macht seinen Einfluss in Palästina geltend: Die Rede ist nicht von der Gegenwart, sondern vom Vorderen Orient des 11. und 12. Jahrhunderts, als die schiitischen Kalifen aus dem Haus der Fatimiden ein weites Gebiet zwischen Nordafrika und dem heutigen Pakistan beeinflussten, die Mördersekte der Assassinen aufblühte und die „Franken“ das Heilige Land eroberten. Heinz Halm lässt den Leser auf der Grundlage zahlreicher arabischer, persischer und lateinischer Quellen in den faszinierenden multireligiösen Orient eintauchen. Er erzählt die Geschichte der Assassinen und ihrer sagenumwobenen Festungen, beschreibt das Leben am Hof der Kalifen von Kairo und schildert, wie die europäischen Kreuzfahrer vom Orient aus wahrgenommen wurden. Sein Pionierwerk, das viele Originaldokumente erstmals westlichen Lesern zugänglich macht, ist ein Heilmittel gegen jeden Eurozentrismus.

Friedrich Lenger
Metropolen der Moderne. Eine europäische Stadtgeschichte seit 1850

München 2013
757 Seiten, mit 57 Abbildungen und 64seitigem Tafelteil mit 64 Farbabbildungen, in Leinen, C.H.Beck '
ISBN 978-3-406-65199-1
Preis: 49,95 €

Im 19. und 20. Jahrhundert kam es zu einem ungeheuren Wachstum der europäischen Städte. Gleichzeitig hatten die tiefgreifenden Veränderungen, welche die Moderne ausmachen, ihren Ort vorzugsweise in den Städten. Friedrich Lenger bietet in diesem Buch ein beeindruckendes Panorama der politischen, sozialen, kulturellen und ökonomischen Geschichte der europäischen Stadt seit 1850.
Dabei sieht er weit über die Metropolen Paris, London und Berlin hinaus und nimmt die europäische Landkarte von Lissabon bis St. Petersburg und von Dublin bis Konstantinopel in den Blick. Er erforscht die politischen und wirtschaftlichen Gründe für die Verstädterung Europas, die Wandlungen der städtischen Gesellschaft und die Kultur, die in den letzten 150 Jahren in den Städten entstand. Wie zum Beispiel gingen die europäischen Gesellschaften mit den sozialen, kulturellen und ethnischen Konflikten um, die in den Städten besonders deutlich zutage traten? Und wieso waren die Städte der Ort so vieler Gewalttaten, die besonders das 20. Jahrhundert prägten? Friedrich Lenger erzählt in seinem gesamteuropäisch angelegten Opus magnum die Geschichte der Moderne aus einer neuen Perspektive.

"Lenger hat auf seinen Gegenstand eine ungeheure Arbeitskraft verwendet, aber die Distanz dazu bewahrt."
Stephan Speicher, Süddeutsche Zeitung

"Überall richtet Lenger den Blick ganz besonders auf die für den Metropolencharakter so wichtigen Phänomene von Zuzug durch Migration und Ansiedlung ethnischer Minderheiten. [...] Überall vermag Lenger aus der Fülle von Details, etwa zu den Warenhäusern, die zum ersten unverfänglichen öffentlichen Ort für Frauen wurden, zu Bahnhöfen, Straßen usw., in den Metropolen verschiedener Länder solche Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten, die es erlauben, historische Veränderungen auf überzeugende Begriffe zu bringen. Hilfreich ist die klare Disposition der endlosen Stoffmassen in drei Phasen, die jeweils beim ersten Auftauchen auch später Gültiges ausführlich behandeln: erstens die Zeit von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, zweitens das Zeitalter der Weltkriege und drittens die Zeit seit den 1950er Jahren. Eine anschauliche Sprache macht die Lektüre des Buches bei aller Belehrung auch zu einem Vergnügen, das rund hundert gut ausgewählte Abbildungen erhöhen."
Hans-Albrecht Koch, Neue Zürcher Zeitung

Friedrich Lenger wurde mit dem Leibniz-Preis 2015 ausgezeichnet.

Stefan M. Maul
Wahrsagekunst im Alten Orient. Zeichen des Himmels und der Erde

München 2013.
423 Seiten, mit 45, großenteils farbigen Abbildungen und einer farbigen Karte im Vorsatz, in Leinen, C.H.Beck
ISBN 978-3-406-64514-3
Preis: 29,95 €

Ihr Sterne des Anu, euch rufe ich!
Ihr Sterne des Enlil, wendet euch mir zu!
Ihr Sterne des Ea, ihr alle gemeinsam, versammelt euch um mich!
Ich habe euch ein reines Opfer dargebracht,
euch reinen Weihrauch hingeschüttet,
euch reines Bier ausgegossen.
Eßt das Reine, trinkt das Süße!

Mit diesen Worten riefen babylonische Opferschauer die Götter der Nacht herbei, wenn sie das Opfer unter klarem Sternenhimmel vorbereiteten. Die Erkundung des göttlichen Willens gehörte für die Menschen im Alten Orient zum Alltag – gleichgültig, ob sie König von Assur oder einfacher Handwerker, wohlhabender Kaufmann oder arme Witwe waren. Wer es sich leisten konnte, opferte ein makelloses Schaf, aus dessen Leber der Ritualpriester vorzugsweise die Antwort der Götter las. Davon künden zahllose Keilschrifttafeln, die in den Archiven der untergegangenen Hochkulturen zum Vorschein kamen. Jede Staatsaktion und jeder Feldzug wurde mit einer minutiös ausgearbeiteten Befragung der Götter vorbereitet; doch auch wer „nur“ um sein Liebesglück oder um den Ausgang einer Reise besorgt war, suchte Rat bei Priestern und Göttern.

Ausgezeichnet mit dem Preis zur Förderung exzellenter geistes- und sozialwissenschaftlicher Publikationen 2014

Manfred Hildermeier
Geschichte Russlands. Vom Mittelalter bis zur Oktoberrevolution

München 2013
1502 Seiten, mit 11 Karten, in Leinen, C.H.Beck
ISBN 978-3-406-64551-8
Preis: 49,95 €

Von den dunklen Anfängen in der Kiever und der mongolischen Epoche führt dieses Buch uns in das Zeitalter Iwans des Schrecklichen, das Jahrhundert Peters des Großen und durch das 18. und 19. Jahrhundert bis zum Untergang des Zarenreiches. Souverän die internationale Forschung beherrschend, gekonnt in der Darstellung, differenziert in seinen Interpretationen bietet Manfred Hildermeier eine Gesamtgeschichte Russlands, die sich einreiht in den Kreis der großen Gesamtdarstellungen der letzten Jahrzehnte.

Nach seiner großen Geschichte der Sowjetunion, die 1998 erschien und als Standardwerk gilt, legt der renommierte Historiker Manfred Hildermeier nun eine Gesamtdarstellung der Russischen Geschichte vor, die im Mittelalter einsetzt und dort endet, wo der vorangegangene Band beginnt. Politik und Herrschaftsordnung, soziale Verfassung, Wirtschaft, Industrie und Handel sowie die materielle und geistige Kultur bilden dabei die zentralen Achsen. Der rote Faden des Werkes ist das Verhältnis zu Europa, aus dem sich auch die klare These ergibt: Vor Ausbruch des Weltkriegs gehörte Russland so eng zu Europa wie nie zuvor. Erst die Sowjetunion hat dies geändert – und ihr Zusammenbruch die alte Schicksalsfrage Russlands wieder auf die Tagesordnung gesetzt.

"Jedes der sechs Großkapitel beginnt mit der detaillierten, farbig erzählten Ereignisgeschichte, auf die jeweils systematische Analysen von Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur folgen. Dabei finden Alltagsleben, Bildungswesen, Kirche und Religion angemessene Berücksichtigung. Das große Werk ist eine imponierende Leistung. Hildermeier verarbeitet die kaum mehr zu überblickende Fachliteratur, bereitet den umfangreichen Stoff umsichtig auf, analysiert und interpretiert ihn differenziert und gießt ihn in eine gut lesbare Form. Er nimmt Stellung zu zahlreichen umstrittenen Fragen, indem er die einzelnen Forschungshypothesen sorgfältig abwägt. [...] Hildermeier beherrscht seinen Stoff, präsentiert ihn übersichtlich und kommt zu einer eigenständigen Gesamtinterpretation. Es gelingt ihm, komplexe Zusammenhänge und die in mancher Beziehung fremde russische Welt allgemein verständlich darzustellen. Das Buch wird so dem Anspruch gerecht, eine historisch interessierte Leserschaft, unter ihnen Studierende und Lehrende, anzusprechen. [...] Die Messlatte, die Hildermeiers Geschichte Russlands legt, ist hoch."
Prof. Dr. Andreas Kappeler, Die Zeit

"Das zentrale Kapitel des Buches, die Beschreibung des langen Jahrzehnts zwischen 1929 und 1941, gehört zum Besten, was es darüber in deutscher Sprache gibt."
Prof. Dr. Helmut Altrichter, Die Zeit

"Anders als viele zeitgeistorientierte Darstellungen, die den Untergang der Sowjetunion gleichsam als zwangsläufige Folge eines tragischen weltgeschichtlichen Experiments interpretieren und zu Dämonisierungen neigen, besticht Manfred Hildermeiers Gesamtdarstellung sowjetischer Geschichte durch ein Höchstmaß an Ausgewogenheit. Souverän führt der Autor, der osteuropäische Geschichte in Göttingen lehrt, den Leser durch das Dickicht einer nahezu unübersichtlichen Forschungslandschaft. Hildermeier erweist sich als vorzüglicher Kenner des internationalen, insbesondere aber des wichtigen angloamerikanischen Forschungsstandes zum Thema Sowjetunion. Dadurch wird diese Pionierstudie [...] zum unverzichtbaren Nachschlagewerk. Hildermeiers methodischer Ansatz, ideen-, politik-, kultur- und sozialgeschichtliche Fragestellungen aufzugreifen, ist durchweg fruchtbar."
Jens Becker, Frankfurter Rundschau

"Manfred Hildermeier's history of the Soviet Union stands out among all postcommunist works on the subject in its comprehensiveness and depth, its clarity of organization, and its sense of interpretive balance. This is a book that cries out for a translation into English."
Prof. Dr. Robert V. Daniels, Journal of Modern History

"Wer das Land verstehen will, der wird dies nach Lektüre dieses Buches, nach mehr als tausend Jahren Zeitreise mit anderen Augen tun."
Benedikt Vallendar, Katholische Nachrichten Agentur

"Entstanden ist ein neues Standardwerk, das den derzeitigen Wissensstand über das Zarenreich kritisch sichtet und in einer deutschen Gesamtschau präsentiert."Ulrich M. Schmid, Neue Zürcher Zeitung

"Was daher schon seit längerem fehlte, war ein verlässliches Standardwerk zur Geschichte der Sowjetunion in deutscher Sprache, das sich auf dem aktuellen Stand der Forschung bewegt und auch neuere Ansätze berücksichtigt. Manfred Hildermeier hat nun diese Lücke auf beeindruckende Weise geschlossen. [...] breit und umfassend in der Komposition, verlässlich und detailliert, was die Fakten betrifft, ausgewogen in den Interpretationen, - ein Standardwerk, an dem auf längere Sicht niemand vorbeikommen wird, der sich ernsthaft mit der russischen Geschichte befassen will."
Dietmar Neutatz, H-Soz-u-Kult

"Das vorliegende Buch leistet auf der Grundlage einer kaum mehr überschaubaren Materialfülle eine überzeugende Darstellung, die allgemeinverständlich ist und auch dem Kenner die Möglichkeit bietet, sich der Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte in übersichtlicher Weise zu vergewissern. [...] Es lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass das Buch Hildermeiers für die nächsten Jahrzehnte das deutschsprachige Standardwerk zur sowjetischen Geschichte sein wird."
Andreas Grenzer, Neue Politische Literatur

Willibald Sauerländer
Der katholische Rubens. Heilige und Märtyrer

München 2011
304 Seiten, mit 109 Abbildungen, davon 76 in Farbe in Leinen, C.H.Beck
ISBN 978-3-406-62362-2
Preis: 38,00 €

Rubens wird gerühmt für seine "barocke Leidenschaft", die sich in der Schilderung der Grausamkeit wie der sinnlichen Hingabe entfaltet. Aber nirgends hat er das Feuer der Affekte glühender entfacht als in seiner religiösen Malerei. Willibald Sauerländer zeigt dies eindrucksvoll an den Bildern der Heiligen und Märtyrer, die Rubens für Kirchen in Flandern und im Heiligen Römischen Reich schuf.

Rubens’ Kunst wurzelt in einer Zeit, die noch unter dem Eindruck der Konfessionskriege stand, welche im 16. Jahrhundert gewütet hatten. Nach den Kämpfen und den Bilderstürmen sollte der katholische Glaube nun nicht länger mit Gewalt erzwungen werden. Wie Bernini, so wollte auch Rubens durch eine sinnliche Kunst den Betrachter zum rechten Glauben überreden. Der farbige Glanz seiner Malerei, ihre Wärme und Festlichkeit, aber auch ihr Furor und ihre Klage waren dazu angetan, die Menschen religiös und ethisch zu bewegen. Willibald Sauerländer macht dies anhand von Rubens’ Altargemälden deutlich, deren ursprüngliche Bestimmung und Wirkung er eindrucksvoll vor Augen führt. Damit deckt er die eigentliche Botschaft dieser Bilder wieder auf und befreit sie von den säkularen Missverständnissen einer religionsfernen Nachwelt.

Ausgezeichnet mit dem Preis "Geisteswissenschaften International" des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Aus der Begründung der Jury: "Der katholische Rubens ist ein epochales Buch: Mit stilistischer Brillanz und großer Kennerschaft leistet es nichts weniger als eine Rekontextualisierung von Rubens Malerei. Der Leser sieht die wichtigsten Werke des Barocks dadurch mit neuen Augen - als die bildgewaltige Gegenoffensive zum calvinistischen Bildersturm." Mit der Preissumme wird die Übersetzung des Titels ins Englische finanziert.

"Willibald Sauerländer hat das Profil der Kunstgeschichte maßgeblich mitbestimmt. Schon deshalb fällt es nicht leicht, sein neuestes Buch angemessen zu rezensieren. Die Hauptschwierigkeit besteht aber wohl darin, einen Text zu würdigen, der zugleich wissenschaftlich und persönlich ist und der sich zudem ausdrücklich einem religiösen Thema widmet, also einem Sujet, das gemeinhin nicht mehr im Zentrum des öffentlichen wissenschaftlichen Diskurses steht. […] Andererseits ist es jedoch der frische und persönliche, manchmal eben auch etwas rücksichtlose Ton, der Sauerländers Buch zu einer angenehmen, ja oft vergnüglichen Lektüre macht, zumal der Autor ohne Imponiervokabeln auskommt und sich damit wohltuend vom immer nur kurzfristig aktuellen Jargon absetzt. […] Willibald Sauerländer hat nicht nur irgendeinen blinden Fleck der Kunstgeschichtsschreibung hell ausgeleuchtet, sondern er fragt von einer – ganz ernsthaft sei’s gesagt – hohen Warte aus nach grundsätzlichen Problemen, die andere lieber beschweigen."
Prof. Dr. Christian Hecht, KunstChronik

"Leiden und Tod durchziehen das christliche Oeuvre Rubens‘, farbenprächtig und bildgewaltig entfalten sich die Tafeln der Heiligen und Märtyrer, die Sauerländer in den Kontext der religiösen Spannungen dieser Epoche gesetzt hat. Ein eindrucksvolles Meisterwerk!"
Arsprototo, Neue Bücher

"Willibald Sauerländer, der Nestor der deutschen Kunstgeschichte, überrascht mit einem außergewöhnlichen Spätwerk, das sich auf leidenschaftliche Weise Rubens zuwendet."
Eduard Beaucamp, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Willibald Sauerländer, der große Kunstforscher und Erklärer, der sich spöttisch gleich anfangs selbst als agnostischen Abkömmling reformierter Lehrer du Küster charakterisiert, zeichnet nun in einem so spannenden wie klugen Bilderbeschreibungsparcours ausgerechnet ein Porträt des „katholischen Rubens“ anhand ausgewählter Werke. […] Sauerländer analysiert seine Bildfindungen so fasziniert wie respektlos. Er entlarvt, enttarnt und erklärt. Und er bewundert.“
Manuel Brug, Literarische Welt

"Wenn ein Kunsthistoriker, der sich als „aufgeklärten Agnostiker“ bezeichnet, eine thetische Schrift mit dem Titel „Der katholische Rubens“ herausgibt, könnte eine böse Abrechnung mit den im Auftrag der Kirche entstandenen Arbeiten jenes Künstlers zu befürchten sein, der als der inspirierteste Propagandist der Gegenreformation gilt. Wenn aber Willibald Sauerländer, der sich im Vorwort des angesprochenen Werks als Abkömmling einer „Familie von reformierten Lehrern und Küstern, welcher alles Katholische verdächtig war“, outet, schon im Titel seiner Untersuchung das Katholische im Werk von Rubens in den Mittelpunkt stellt, dann sind Auseinandersetzungen von größter Lebendigkeit und Triftigkeit zu erwarten. Und tatsächlich erschließt der kritische Blick des Agnostikers geistliche wie emotionale Tiefenschichten im Werk des Meisters, über die sich die Kunstgeschichtsschreibung der letzten Jahrzehnte mit tönenden Leerformeln sanft berauscht hinweggehangelt hat."
Gottfried Knapp, Süddeutsche Zeitung

Jörg Fisch
Das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Die Domestizierung einer Illusion

München 2010
384 Seiten mit 2 Abbildungen und 8 Karten gebunden, C.H.Beck
ISBN 978-3-406-59858-6
Preis: 24,95 €

Die Idee eines Selbstbestimmungsrechts der Völker besagt, dass Völker das Recht haben, einen Staat zu bilden, und selbst darüber entscheiden können, ob sie dieses Recht wahrnehmen oder nicht. Die erste Gesamtdarstellung seiner Geschichte zeigt, wie das Selbstbestimmungsrecht der Völker den Totengräber für die europäischen Kolonialreiche und andere Imperien gespielt hat und seit 1989 auf der Suche nach neuen Betätigungsfeldern ist.

Entstanden aus dem Nationalismus und dem Antikolonialismus, erhebt das Selbstbestimmungsrecht der Völker den Anspruch, die internationalen Beziehungen auf eine herrschaftsfreie Grundlage zu stellen. Sprengstoff beinhaltet vor allem das damit verbundene Sezessionsrecht. Denn wer bestimmt, was ein Volk ist? Die Idee kollidiert hier schnell mit den machtpolitischen Realitäten und erweist sich als eine gefährliche, zum Missbrauch geradezu einladende Illusion, mit deren Domestizierung das Völkerrecht bis heute beschäftigt ist. Denn nicht nur Adolf Hitler verstand es meisterhaft, das Konzept für seine Zwecke zu instrumentalisieren. In einer souveränen Kombination von Begriffs-, Politik- und Kulturgeschichte durchmisst Jörg Fisch die Weltgeschichte und liefert eine anschaulich und prägnant geschriebene Darstellung dieser vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart äußerst wirkmächtigen Idee.

"Das seit der Mitte des 19. Jahrhunderts propagierte und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schließlich als Prinzip anerkannte Prinzip der Selbstbestimmung der Völker verspricht mehr, als es zu halten mag. Der mit ihm verbundene Anspruch lässt sich nicht vollständig einlösen. Das ist die zentrale These von Jörg Fischs lesenswerter Schrift über die Geschichte dieses völkerrechtlichen Rechtstitels."
Christian Hillgruber, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"…Fisch hat über das Selbstbestimmungsrecht und dessen Widersprüche eine erhellende Studie verfasst. Sie seziert höchst akribisch sowohl die Theorie, die sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im internationalen Recht niederschlägt, als auch die Praxis."
Urs Hafner, Neue Zürcher Zeitung

"Fisch verfügt über ein souveränes historisches Wissen, seine Argumentation ist transparent und nachvollziehbar, und er formuliert auch komplexe Zusammenhänge so klar, dass die Lektüre zum intellektuellen Genuss wird."
Urs Bitterli, Neue Zürcher Zeitung

"Dem Selbstbestimmungsrecht der Völker hat nun der Zürcher Historiker Jörg Fisch ein fulminantes, Theorie und Geschichte verknüpfendes Buch gewidmet. Erstmals wird präzise nachgezeichnet, mit welchen anderen Prinzipien dieses Recht ständig im Widerstreit lag. […] Wer wissen will, wie die Welt regiert wird, der sollte zu diesem ernüchternden Buch greifen. Von Weltinnenpolitik und global governance wird man danach nicht mehr so einfach träumen."
Stefan-Ludwig Hoffmann, Die Zeit

Christian Marek
Geschichte Kleinasiens in der Antike

Unter Mitarbeit von Peter Frei
München 2010
950 Seiten mit 107 Abbildungen und 24 Karten gebunden, C.H. Beck
ISBN 978-3-406-59853-1
Preis: 44,- €

Nach den vielbeachteten Grundlagenwerken Hermann Parzingers über „Die frühen Völker Eurasiens“ (2006) und Jürgen Osterhammels über „Die Verwandlung der Welt“ (2009) ist in der „Historischen Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung“ eine weitere herausragende Gesamtdarstellung erschienen: Die Züricher Althistoriker Christian Marek und Peter Frei (†) entwerfen ein Panorama der „Geschichte Kleinasiens in der Antike“ – von der Sesshaftwerdung des Menschen bis zur Spätantike. Es handelt sich um jenen uralten Kulturraum, in dem sich der Prozess der Sesshaftwerdung des Menschen vollzog und der seit dem Auftreten der altorientalischen Mächte im Kraftfeld der Großreiche lag. Ägypter, Hethiter, Assyrer, Urartäer, Phryger, Lykier, Karer, Lyder, Griechen, Perser und Römer haben dieses Gebiet geprägt, das mit über 750.000 km2 ziemlich genau dem Staatsgebiet der heutigen Türkei entspricht. Die Autoren gehen in ihrer umfassenden Darstellung zum einen auf wichtige Stationen in der Geschichte Kleinasiens ein und beschreiben dabei unter anderem den Zug der Zehntausend, die Feldzüge Alexanders des Großen, die Kämpfe der Diadochen, die Neuordnung des Ostens durch Pompeius, die Taten des Apostels Paulus sowie die Verbreitung des frühen Christentums und die Häresien der neuen Religion. Darüber hinaus werden insbesondere Herrschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in römischer Zeit – für es einen immensen Schatz an Quellen aus unterschiedlichsten Lebensbereichen gibt – differenziert und anschaulich beschrieben: die römische Verwaltung ebenso wie die Bevölkerungsentwicklung, Landwirtschaft, Bergbau, Handel und Handwerk ebenso wie die Situation der Familien, die Stadtentwicklung ebenso wie Rhetorik, Philosophie, Literatur und Wettkampfwesen, das kulturelle Erbe der Griechen ebenso wie Götter, Kulte und Heiligtümer.

„Christian Marek hat nicht weniger als ein althistorisches Standardwerk vorgelegt. […] Er hat mit diesem Werk die Summe seiner mehr als dreißig Jahre dauernden Erforschung des antiken Kleinasien gezogen. Er ist immer auf der Höhe der gelehrten Diskussion, beherrscht die Überlieferung virtuos und ordnet eine ungeheure Stofffülle souverän. […] Christian Marek hat die Grundlage für jede weitere Forschung zu Kleinasien im Altertum gelegt.“
Stefan Rebenich, Neue Zürcher Zeitung

„Neunhundertvierzig Seiten, allein mehr als 260 davon den `Anhang´ aus Anmerkungen, Bibliographie, Quellenverzeichnis, Herrscherlisten und Register umfassend – bereits beim ersten Durchblättern präsentiert sich das Buch als ein Monument, das Respekt abnötigt und zum Verweilen einlädt. […] Am Ende der Lektüre ist man klüger, denn die folgenden fast 1000 Seiten sprechen für sich: Eine aus minutiöser Kenntnis von Landschaft, Quellen, Forschungsliteratur und wissenschaftsgeschichtlichen Zusammenhängen erwachsene Gesamtdarstellung, wie sie im modernen, auf die schnelle und dicht getaktete Einwerbung möglichst umfangreicher Drittmittel fixierten Wissenschaftsbetrieb Seltenheitswert besitzt. […] Einzeleindrücke bieten zwar kurze, aber doch lebhafte und eindrückliche Einblicke in Lebenswelten der anatolischen Bevölkerungen über mehrere Jahrtausende hin. Christian Marek hat sich nicht darin verloren. Er hat sie zu einer fulminanten Darstellung gebündelt und sie in eine große Erzählung gegossen, die solide auf den Quellen ruht und von gut durchdachten, stimmigen Leitgedanken getragen wird.“
Mischa Meier, Süddeutsche Zeitung

„Allerdings nimmt Marek seine wissenschaftliche Tätigkeit und damit auch die entsprechende Darstellungsweise ernst genug, um sein Buch zu einer nahezu unerschöpflichen Wissensquelle zu machen, in der man kaum einen wichtigen Gesichtspunkt vermisst. […] Diesem Diktum ist Marek mit seinem in wissenschaftlicher Hinsicht wahrhaft Standards setzenden Werke […] nachgekommen, […]. Es bleibt der Eindruck, dass Mareks Darstellung für lange Zeit die wohl ausführlichste Zusammenfassung der aktuellen historischen und archäologischen Forschungsstände bleiben wird, […].
Robert Mizia, Lesart

„Nicht zum entspannten „Schmökern“ gedacht, will dieses Werk nicht unterhalten, sondern präzise und anschaulich informieren, sowohl den Fachmann als auch den interessierten Laien. In diesem umfassenden Einführungs- und Nachschlagewerk findet man wirklich alles, was es Wissenswertes über die antike Geschichte Kleinasiens gibt. Angefangen bei Geographie und Forschungsgeschichte, bearbeitet der Autor einen jeden wichtigen Zeitabschnitt vom Paläolithikum bis in die Zeit des frühen Christentums und widmet sich dabei allen Völkern, die das Land bewohnten und eroberten. […] Ein Buch, das in keiner ambitionierten Bibliothek fehlen sollte […].“
Beate Dillmann-Gräsing, Archäologie in Deutschland

„So wird das Buch auch in der Hand altertumswissenschaftlicher Fachleute zu einem immens nützlichen Kompendium, das bislang verstreutes Material zu einer im Grunde längst überfälligen Gesamtschau verdichtet.“
Dr. Michael Sommer, DAMALS – Das Magazin für Geschichte und Kultur

„Eine durch Anspruch und Umfang eindrucksvolle, ca. 12.000 Jahre umfassende Darstellung […] bis zur Spätantike. Es handelt sich, wie der Autor (Althistoriker in Zürich) schreibt, um „keine schnittige Einführung für die schnelle Lektüre“, sondern um ein gründliches, durch breites Themenspektrum und Weite des geistigen Horizonts überzeugendes Werk zur Geschichte, Gesellschaft und archäologischen Erforschung des vor allem als „Brückenland und Schmelztiegel“ im kulturellen und religiösen Bereich wichtigen Raumes.“
Erdmann Steinmetz, ekz Lektoratsdienste

„Wer sich näher mit der Historie auseinandersetzen will, stößt im fast 1000 Seiten starken Buch „Geschichte Kleinasiens in der Antike“ auf eine wahre Fundgrube. […] Die eingehende Lektüre macht einem bewusst, dass in diesem uralten Kulturraum Menschen erstmals sesshaft wurden. […] Eine faszinierende Zeitreise mit hohem Informationsgehalt samt ausführlichem Anhang mit Anmerkungen, Bibliografie, Quellenangaben, Herrscherlisten und Register.“
(wahö), Oberösterreichische Nachrichten

„Alles, was man schon immer über die Hethiter, Urartäer, Lykier, Karer, Phryger, Lyder und viele andere wissen wollte, erfährt man in diesem 900-Seiten-Buch. […] Der Althistoriker Christian Marek von der Universität Zürich und sein Amtsvorgänger Peter Frei haben systematisch und erschöpfend alles zusammengetragen, was es über diese Völker Kleinasiens und ihre Kontakte zu anderen Völkern der damals bekannten Welt zu wissen gibt. Das Buch wendet sich sowohl an Wissenschaftler, die es als Überblickswerk nutzen können, als auch an interessierte Laien, die endlich einmal wissen wollen, wie diese Völker miteinander in Verbindung standen und welche von ihnen im gleichen Zeitraum ihre große Blüte hatten. Dadurch, dass die Autoren auch Anekdotisches, das von den antiken Geschichtsschreibern überliefert wurde, nicht aussparen, sondern – mit der gebotenen Distanz – immer wieder einflechten, entsteht ein lebendiges Bild dieser untergegangenen Kulturen und ihrer Herrscher. […] Insgesamt ist der Spagat zwischen Fachsprache und allgemeinverständlicher Schriftsprache gut gelungen. […] Mit dieser Ausführlichkeit im Textteil, der insgesamt guten Lesbarkeit und der umfangreichen Daten-Ausstattung im Anhang hat das Buch alle Chancen, für künftige Generationen zum Standardwerk über Kleinasien in der Antike zu werden.“
Doris Marszk, www.wissenschaft-aktuell.de

„In this, Marek, with Frei, has succeeded: there is much for the student (and specialist) and for the educated public.“
M. Weiskopf, Bryn Mawr Classical Review

Bernd Stöver
Zuflucht DDR. Spione und andere Übersiedler

München 2009
383 Seiten mit 47 Abbildungen, in Leinen, C.H.Beck
ISBN 978-3-406-59100-6
Preis: 24,90 €

Die massenhafte Auswanderung von Westdeutschen in die DDR ist ein deutsch-deutsches Tabu-Thema. Bernd Stöver geht den Motiven und Schicksalen dieser Auswanderer nach und fördert dabei – meist aus bisher verschlossenen Geheimdienstakten – erstaunliche und spannende Geschichten zu Tage, wie sie nur die deutsche Teilung schreiben konnte.

Bis zum Mauerbau 1961 sind mehr als eine halbe Million Westdeutsche in die DDR emigriert, darunter heute so bekannte wie Stefan Heym,Wolf Biermann, Robert Havemann, Ralph Giordano,Wolfgang Kieling, Lothar Bisky, Oskar Brüsewitz oder zuletzt Ronald M. Schernikau. Bis zum Mauerfall 1989 waren es jedes Jahr immer noch mehrere tausend. Bernd Stöver beschreibt erstmals, was diese Übersiedler bewogen hat, was sie erträumt haben, wovor sie geflohen sind und wie es ihnen im Arbeiter- und Bauernstaat ergangen ist. Sein besonderes Augenmerk gilt dabei prominenten Auswanderern wie dem ersten westdeutschen Verfassungsschutzchef Otto John, den Spionen Günter Guillaume und Hans Wax, den Bundeswehroffizieren Bruno Winzer und Adam von Gliga, Politikern sowie den Terroristinnen Inge Viett und Susanne Albrecht, deren abenteuerlichen West-Ost-Biographien er auf der Grundlage von bisher unbekannten Akten von beiden Seiten des Eisernen Vorhangs nachgeht.

"Stöver stützt sich […] auf lange Zeit gesperrte Personal- und Prozessakten sowie auf Geheimdienstunterlagen. Im Hauptteil beleuchtet er gekonnt neun prominente Übersiedlerbiographien, darunter den CDU-Politiker und stellvertretenden niedersächsischen Ministerpräsidenten Günther Gereke, der auf eigene Faust Wiedervereinigungspolitik betrieb.“
Rainer Blasius, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Bernd Stöver hat sich auf die Suche nach Antworten begeben. Der Potsdamer Historiker ist dafür der richtige Autor. Bereits vor zwei Jahren hat er sich mit einer nicht nur überaus lesenswerten, sondern darüber hinaus brillant komponierten und geschriebenen Darstellung des Kalten Krieges einen Namen gemacht. Dies gelingt ihm nun ein zweites Mal.“
Thomas Speckmann, Literarische Welt

"Damit verblüffen Sie jede Abendgesellschaft: Was glaubt ihr, wie viele Westdeutsche haben zwischen 1949 und 1989 in die DDR `rübergemacht´? Manche Ihrer Bekannten werden wissen wollen, wie der Witz weitergeht, viele werden die Frage nicht verstehen oder sich auf den Arm genommen fühlen. […] Der Potsdamer Zeithistoriker Bernd Stöver rekonstruiert das kaum Glaubliche, vornehmlich anhand von Personal- und Prozessakten, die nach dem Fall der Mauer von beiden Seiten zugänglich gemacht wurden. Es war eine Kärrnerarbeit auf undankbarem Terrain. […] Umso verdienstvoller ist es, dass Stöver der spröden Masse des übrigen Materials viel Farbiges abgewinnt und die Alltagsgeschichte des Kalten Krieges auf unkonventionelle Art und Weise beleuchtet.“
Bernd Greiner, Zeit Literatur

"Stövers Buch bietet unterhaltsame und informative Lehrstunden über einen 40-jährigen Abschnitt deutsch-deutscher Geschichte. Die biografischen Passagen sorgen für den human touch.“
Susanna Gilbert-Sättele, Hamburger Abendblatt

Jürgen Osterhammel
Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts

München 2009
1568 Seiten, in Leinen, C.H.Beck
ISBN 978-3-406-58283-7
Preis: 49,90 €

Ausgezeichnet mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis

In dieser Weltgeschichte des 19. Jahrhunderts erzählt Jürgen Osterhammel kundig, schwungvoll und facettenreich die Geschichte einer Welt im Umbruch. Aus einer Fülle an Material und einer Vielzahl unterschiedlicher Blickwinkel entsteht dabei das tiefgründige Porträt einer faszinierenden Epoche. Osterhammel fragt nach Strukturen und Mustern, markiert Zäsuren und Kontinuitäten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Seine kulturübergreifenden, thematisch aufgefächerten Darstellungen und Analysen verbinden sich dabei zu einem kühnen Geschichtspanorama, das nicht nur traditionelle eurozentrische Ansätze weit hinter sich lässt, sondern auch erheblich mehr bietet als die gängigen historiographischen Paradigmen wie Industrialisierung oder Kolonialismus. Die Herausbildung unterschiedlicher Wissensgesellschaften, das Verhältnis Mensch-Natur oder der Umgang mit Krankheit und Andersartigkeit kommen darin ebenso zur Sprache wie Besonderheiten der Urbanisierung, verschiedene Formen von Bürgerlichkeit oder die Gegensätze von Migration und Sesshaftigkeit, Anpassung und Revolte, Säkularisierung und Religiosität. Zugleich stellt Osterhammel immer wieder Bezüge zur Gegenwart her.

"Ein Meilenstein deutscher Geschichtsschreibung. Eines der wichtigsten historischen Bücher der vergangenen Jahrzehnte, ein großer Wurf. Ein stupendes Wissen. Das Literaturverzeichnis nennt über 2500 zitierte Titel aus verschiedenen Bereichen, Sprachen, und Kontinenten. Wer sonst könnte dies leisten? "
Jürgen Kocka, Die Zeit

"Osterhammel wird mit seinem Opus Magnum die Geschichtsschreibung verändern. Der Lektüre seines Buches kann und sollte man sich nicht entziehen - nicht nur, wenn man das 20. Jahrhundert verstehen will."
Thomas Meyer, Frankfurter Rundschau

"«Die Verwandlung der Welt» [...] macht den Leser wiederholt staunen, und zwar nicht nur, weil dieser mit fortschreitender Lektüre realisiert, in welch hohem Ausmass das 19. Jahrhundert die Vorgeschichte zur globalisierten Gegenwart bildet. [...] Diese Globalgeschichte lässt die angeblich unüberwindbaren Unterschiede zwischen den Kontinenten und Kulturen erstaunlich schrumpfen. Sie bringt die Welt zusammen, ohne dass sie die Differenzen verwischte; vielmehr setzt sie diese zueinander in Beziehung."
Urs Hafner, Neue Zürcher Zeitung

"Für jeden, der sich mit dem 19. Jahrhundert auseinandersetzen möchte, ist die "Verwandlung der Welt" interessant und spannend zu lesen. Für Historiker kommt das gewichtige Buch sogar einem Meilenstein gleich. Nicht dass National- oder Regionalgeschichte jetzt überflüssig wäre, keineswegs. Nur müssen die Geschichtsschreiber fortan ihre Perspektive auch an Osterhammels globalgeschichtlichem Standardwerk schärfen."
Moritz Behrendt, Deutschlandfunk

"Jürgen Osterhammels Geschichte des 19. Jahrhunderts zeigt eine Welt im Umbruch, deren etablierte Wahrnehmungsmuster uns bis heute prägen. Ein grandioses Porträt einer Epoche und vor allem: ein Stück Weltgeschichte ohne Eurozentrismus."
Detlev Claussen, die tageszeitung

"...niemand, der sich mit dem beschäftigt, was man gemeinhin «Neuere Geschichte» nennt, wird an diesem Werk fortan vorbeikommen."
Andreas Eckert, Literaturen

"In seiner geradezu enzyklopädisch angelegten Darstellung des 19. Jahrhunderts verknüpft Osterhammel zwei sich gegenseitig verstärkender Vorhaben: Das Aufbrechen eines eurozentrisch angelegten historischen Weltbildes durch eine annähernd gleichwertige Integration außereuropäischer lebensweltlicher Zusammenhänge sowie des damit einhergehenden Bestrebens die zwischen "West" und "Ost" traditionell herausgestellten zivilisatorischen Unterschiede einzuschleifen. [...] Osterhammel ist ein großes Buch gelungen."
Dan Diner, Die Welt

„Osterhammels Geschichte argumentiert […] mit konkreten, überaus klug ausgewählten Beispielen, die dem analytischen Rahmen, den er eher anbietet, als aufdrängt, seine besondere Plausibilität verleihen. Diese Technik verführt zu einer so kurzweiligen Lektüre, dass die enorme Syntheseleistung des Autors eigentlich erst am Schluss in vollem Umfang sichtbar wird – im Personenregister noch mehr als im Literaturverzeichnis. […] Der Kern des Buches, in dem pointillistische Beobachtungen auf raffinierte Weise zu Analysen verdichtet werden, bietet nicht nur ein intellektuelles Feuerwerk, sondern auch großes Lesevergnügen […].“
Andreas Fahrmeir, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Werner Busch
Das unklassische Bild. Von Tizian bis Constable und Turner

München 2009
341 Seiten, in Leinen, mit 134 Abbildungen, davon 67 in Farbe, C.H.Beck
ISBN 978-3-406-58246-2
Preis: 29,90 €

Seit der Renaissance und bis ins 19. Jahrhundert beanspruchte das so genannte klassische Bild seine Vorrangstellung. Es sollte Ideen zum Ausdruck bringen, die letztlich immateriell waren. Ebenfalls seit der Renaissance gab es jedoch eine zweite Tradition, die sich an der sinnlichen Erscheinung der Dinge orientierte. Werner Busch stellt diese Geschichte des unklassischen Bildes zum ersten Mal zusammenhängend dar.

Während beim klassischen Bild die Linie dominiert, ist das unklassische von der Farbe beherrscht. Sucht das klassische Bild seine Vollendung, so ist das unklassische prinzipiell unabschließbar. Erzählt das klassische Bild oft eine Geschichte, die von einem Text (etwa der Bibel) vorgegeben ist, so beruft sich das unklassische Bild auf die Natur und ihre Phänomene. Nachdem die Renaissance das klassische Bild definiert hatte, wurde es über Jahrhunderte von den mächtigen Akademien und unzähligen Traktaten gepredigt. Das unklassische Bild hingegen fand nie vergleichbare öffentliche Fürsprecher. Dabei hat es die abendländische Kunst seit Tizian begleitet, in Caravaggio und Rembrandt, in Constable und Turner prominente Protagonisten gefunden und in der Druckgraphik zu wichtigen Innovationen geführt. Mit seiner Gegengeschichte der neuzeitlichen Kunst macht Werner Busch sichtbar, welche Möglichkeiten eine Kunst abseits der offiziellen Doktrin hatte und wie sie die Kunst der Moderne vorbereitete.

"...im Reichtum der Beobachtungen liegt die Stärke von Buschs Buch. Der Liebhaber des breiten Pinsels erweist sich selbst als Feinmaler, der dort am meisten sichtbar macht, wo es für den weniger erfahrenen Beobachter gar nicht viel zu sehen gibt."
Ralph Ubl, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Buschs Bildinterpretationen wirken stimulierend auf die Phantasie des Lesers und laden dazu ein, sie spekulativ zu ergänzen."
Patrick Bahners, Literaturen

Hugh Barr Nisbet
Lessing. Eine Biographie

München 2008
1024 Seiten, mit 45 Abbildungen, in Leinen, C.H.Beck
ISBN 978-3-406-57710-9
Aus dem Englischen übersetzt von Karl S. Guthke
Preis: 39,90 €

Ausgezeichnet mit dem Einhard-Preis für Biographik

Erstmals seit fast hundert Jahren liegt mit Hugh Barr Nisbets Buch wieder eine umfassende Lessing-Biographie auf dem neuesten Forschungsstand vor. Das einzigartige Porträt dieses europäischen Klassikers ist zugleich das geistige, gesellschaftliche und kulturelle Panorama eines ganzen Zeitalters.
Nisbets neue Biographie enthält eine detaillierte Darstellung von Lessings Leben und Werken im Zusammenhang der europäischen Aufklärung und den Anfängen der klassischen deutschen Literatur. Sie bietet eine Fülle neuer Einsichten in Lessings schwer greifbare, faszinierend-widersprüchliche Persönlichkeit, seine Schwächen und Verdienste, und in seine vielseitige Tätigkeit als Dramatiker, Journalist, Literatur- und Kunsttheoretiker, Philosoph, Religionskritiker, Bibliothekar, Philologe und Polemiker. Die aufs neue aktuelle Debatte über Lessings Befürwortung der Toleranz wird eingehend erörtert.
Das herkömmliche, am Bildungsroman orientierte Modell einer Biographie ist bei Lessing fehl am Platz. Sein Leben entwickelt sich nicht geradlinig auf ein bestimmtes Ziel; es besteht vielmehr aus einer Reihe von plötzlichen Ortswechseln und ständig neuen Beschäftigungen. Der modern anmutenden Vorläufigkeit seiner Lebensweise entspricht die Relativität seines Wahrheitsbegriffs und die Offenheit und Beweglichkeit seines Denkens, durch die er den Rationalismus der Aufklärung in Frage stellt.

"Ein großes, gründlich gelehrtes Buch. Indem er die geistige Physiognomie seines Helden allmählich nachzeichnet, gelingt Nisbet leicht, woran andere Biographen gern scheitern. Er kann die Verbindungen zwischen Leben und Werk aufzeigen, ohne zur Vulgärpsychologie zu greifen."
Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung

"Gibt es eine schönere Fügung, dass Hugh Barr Nisbet, einer der großen Namen der britischen Germanistik und glänzender Kenner der europäischen Aufklärung, für sein Lessing-Lebenswerk in Karl S. Guthke, einem gleichfalls führenden Lessing-Forscher, seinen kongenialen Übersetzer gefunden hat? Damit ist eines gewährleistet, was man auf neunhundert Seiten braucht: stilistische Eleganz, sprachliche Lebhaftigkeit, Sinn für Bedeutungsnuancen."
Rüdiger Görner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Das Kuratorium der Einhard-Stiftung in Seligenstadt würdigte das mehr als tausend Seiten starke Buch als „ein Meisterwerk biographischen Schreibens, verfasst in einer kühlen, klaren, objektiven Sprache“."
Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Er hat ein herrliches Buch über einen der bewundernswertesten deutschen Gelehrten und Schriftsteller geschrieben.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Das Buch ist eine voluminöse Gesamtdarstellung von Leben und Werk des unruhigen Aufklärers, das seinem Gegenstand vor allem in einer Hinsicht gerecht wird: Nisbet, seit bald vierzig Jahren einer der renommiertesten Lessing-Forscher, versteht es, eine stupende Gelehrsamkeit ohne jeden Anflug von Pedanterie zu vermitteln. Biografische Erzählung und Werkanalyse wechseln ab; beides ist so geschrieben, dass Lessings Angstgespenst, die Langeweile, ausgeschlossen bleibt.“
Manfred Koch, Neue Züricher Zeitung

"Nisbet’s is the fullest biographical study of Lessing there has ever been, based on four decades of devoted scholarship, and on a comprehensive knowledge of Enlightenment philosophy and literature. […] Nisbet’s deeply learned, judicious, unfailingly lucid study is a massively impressive achievement.”
Ritchie Robertson, The Times Literary Supplement

“Es hat 38 Jahre gedauert, dieses Riesenwerk vorzubereiten. Verneigen wir uns vor Zähigkeit, Können und Wissen eines englischen Professors, der das Leben einer der sympathischsten Gestalten der deutschen Geistesgeschichte, des heiter-zornigen Aufklärers Gotthold Ephraim Lessing, so farben- und informationsreich zu schildern vermag!“
H.K., Luxemburger Wort

"Es herrscht wahrscheinlich kein Mangel an Lessing-Biografien. Mehr als siebzig sind seit seinem Tod erschienen. Keine dürfte jedoch so umfassend, so ausgreifend und so aktuell, dem neuesten Forschungsstand entsprechend, ausgefallen sein wie die jüngst erschienene Lebens- und Werkbeschreibung des britischen Germanisten Hugh Barr Nisbet. Bietet sie doch eine Fülle detaillierter Einsichten in Lessings widersprüchliche Persönlichkeit und in seine vielseitigen Tätigkeiten als Dramatiker, Journalist, Literatur- und Kunsttheoretiker, Philosoph, Religionskritiker, Bibliothekar, Philologe und Polemiker. Zudem entwirft Nisbet nicht nur ein genaues und faszinierendes Porträt seines Protagonisten, auch das geistige, gesellschaftliche und kulturelle Klima der Zeit Lessings fängt er anschaulich ein […].“
Ursula Homann, Literaturkritik.de

"Nach bald 900 Seiten biografischer Meisterleistung […] sieht der überraschte Leser einen anderen Lessing vor sich, als er sich den Autor der „Hamburgischen Dramaturgie“ vorgestellt hat. Sein Biograf stellt im Wechsel von Lebensbeschreibung und Werkanalyse das unstete bestimmte Wirken Lessings so kritisch wie einfühlsam dar.“
Harald Loch, Augsburger Allgemeine

Roderich Ptak
Die maritime Seidenstraße. Küstenräume, Seefahrt und Handel in vorkolonialer Zeit

München 2007
368 Seiten, mit 46 Abbildungen und 14 Karten, in Leinen, C.H.Beck
ISBN 978-3-406-56189-4
Preis: 24,90 €

Roderich Ptak erzählt in diesem faszinierenden Überblick die Geschichte der Meere zwischen Ostafrika und Japan von den frühesten, archäologisch fassbaren Zeiten bis in die Neuzeit. Er geht den Handelsnetzen in diesem weiten Raum nach, beschreibt den Kulturaustausch zwischen weit entfernten Küsten, die Wanderung von Religionen über das Meer und die Bildung von politischen Netzwerken unabhängig von den großen Landmächten.
Als Portugiesen und Spanier in den Indischen Ozean und nach Fernost vordrangen, stellten sie erstaunt fest, dass Araber, Inder und Chinesen schon seit Jahrhunderten auf den asiatischen Meeren verkehrten und über Schiffe verfügten, die ihren eigenen kaum nachstanden. China war lange Zeit eine maritime Großmacht, die ein weites Gebiet beeinflusste. Sie trug entscheidend dazu bei, dass Asiens maritime Zonen zu einem großen Handelsnetz zusammenwuchsen: der maritimen Seidenstraße. Ptak beschreibt Winde und Meerengen, Häfen und Inseln, Seerouten und die Entwicklung der Seefahrt. Nicht zuletzt legt er dar, wie neben Handelswaren auch Ideen und Wissen über die Ozeane verbreitet wurden. Damit wird ein Kapitel der Weltgeschichte sichtbar, das sich abseits von Europa und noch vor der europäischen Expansion abgespielt hat.

"Legen Sie sich aufgeschlagene Atlanten rund um ein faszinierendes Buch."
Harald Loch, Rhein-Neckar-Zeitung

"Ptak beschreibt die Entwicklung der erfolgreichen asiatischen Seefahrt von ihren Anfängen […] bis ins 16. Jahrhundert und eröffnet so völlig neue Perspektiven auf ein bis anhin – mindestens in Europa – vernachlässigtes Geschichtskapitel."
Geneviève Lüscher, Neue Züricher Zeitung am Sonntag

"Roderich Ptaks Darstellung der „maritimen Seidenstraße“ besticht durch Akribie und Komplexität."
Die Berliner Literaturkritik

"Ptak skizziert interessens- sowie Konfliktlinien und vermittelt einen Eindruck davon, wie der Handel in der Region funktionierte. Dabei liefert er ein Muserbeispiel dafür, dass Wirtschafts- und Technikgeschichte spannend und verständlich geschrieben werden können."
Ralf Balke, Handelsblatt

"Dabei riecht es in seinem Buch trotz aufrechter Wissenschaft auch nach Zimt und Sandelholz, und widrige Winde errichten in den Meerengen einen unsichtbaren Sperrriegel. Es werden Faktoren der Geschichte offenbar, die beim geozentrischen Ansatz oft ignoriert werden."
Holger Vonhof, Frankfurter Neue Presse

Hermann Parzinger
Die frühen Völker Eurasiens. Vom Neolithikum zum Mittelalter

München 2006
1045 Seiten, mit 266 Abbildungen und Karten im Text, davon 17 in Farbe, sowie 28 farbigen Tafeln und 3 beigelegten Klapptafeln, in Leinen, C.H.Beck
ISBN 978-3-406-54961-8
Preis: 98,00 €

Der international renommierte Vor- und Frühgeschichtsforscher Hermann Parzinger legt mit diesem höchst informativen, reich bebilderten Band ein Grundlagenwerk über Geschichte und Kultur der frühen Völker zwischen Ural und Pazifik vor.
Die Ausstellungen über Skythen und Mongolen haben das Interesse von Hunderttausenden Besuchern auf sich gezogen, und doch stellen diese beiden Völker nur einen kleinen Ausschnitt der zahlreichen Kulturen dar, die in dem gewaltigen Territorium zwischen Ural und Pazifik von der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter entstanden sind. Den Völkern in diesem Gebiet kommt eine entscheidende Bedeutung für die Frühgeschichte der Alten Welt insgesamt zu, und so erscheinen sie als ein fester Bestandteil unseres gemeinsamen kulturellen Erbes. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs konnte der Austausch zwischen westlichen Wissenschaftlern und den Forschern auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion intensiviert werden, so dass mit dem Werk von Hermann Parzinger erstmals eine große Synthese des heutigen Wissensstandes über die archäologische Erforschung dieses Gebiets vorgelegt werden kann. Im Zentrum der Darstellung stehen die Verbreitungsgeschichte der Völker, ihre materielle Kultur, ihre Siedlungs- und Wirtschaftsweise, ihre Bestattungsbräuche und ihre künstlerischen Ausdrucksformen. All dies wird systematisch erschlossen und in enger Verbindung von Text und Bildern präsentiert. Auf diese Weise ist eine differenzierte und zugleich anschauliche Darstellung eines bedeutenden Kulturraums der Menschheitsgeschichte entstanden.

"Eine beeindruckende Bilanz der bisherigen Erforschung der Skythen und der ihnen kulturell verwandten Reitervölker."
Tilman Spreckelsen, Franfurter Allgemeine Sonntagszeitung

"Parzingers Werk umspannt Epochen und Räume, die für unsere kulturelle Entwicklung und historischen Ereignisse von entscheidender Bedeutung sind. [...] Parzingers opus magnum ist ein wissenschaftlicher Eckpfeiler - ein fachliches Muss für Jeden, der sich für die Archäologie Eurasiens interessiert!"
Matthias Knaut, Archäologie in Deutschland

Ansprechpartnerin

Dr. Sybille Wüstemann
Leitung Pressearbeit und Veranstaltungsmanagement
wuestemann@gerda-henkel-stiftung.de